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Microsoft löst wieder Kritik mit Windows 10 aus

Wie schon in 2014 Windows XP ist dieser Tage und Wochen Windows 10 in aller Munde und ein Dauerthema in den Medien. Besonders in die Kritik gerät Microsoft dabei durch die aggressive Art und Weise, mit der unbedarfte Benutzer von Windows 7 oder 8 dazu gedrägt werden, auf Windows 10 umzusteigen; sowie durch die Datensammelwut seiner neuesten Betriebsystemversion.


Den Benutzern wird über die automatische Updatefunktion von Windows, die eigentlich nur zur Korrektur von Fehlern sein sollte, penetrant angeboten, Windows 10 zu installieren. Installiert man das System mit den Standardeinstellungen läuft es in Verbindung mit einem Konto bei Microsoft und überträgt persönliche Daten wie z.B. alle besuchten Internetseiten oder Informationen über das Schreibverhalten des Benutzers an Microsoft. Dort werden die Daten ausgewertet und verwendet um dem Benutzer z.B. bestimmte Programme vorzuschlagen die er möglicherweise nützlich findet oder um ihm personalisierte Werbung anzuzeigen.

Speichert man Dateien in Microsofts Cloud "OneDrive" werden diese auf Servern in USA abgelegt und unterliegen nicht den deutschen Datenschutzbstimmungen, d.h. Microsoft behält sich z.B. das Recht vor, die Daten auf illegale Inhalte zu scannen. Private und geschäftliche Dokumente dort abzulegen muss man gelinde gesagt grob fahrlässig nennen. Die neue digitale Assistentin "Cortana" hört über das Mikrofon des Rechners immer mit und kann natürlichsprachliche Anfragen des Nutzers verstehen und darauf reagieren. Dazu greift sie jedoch auf sämtliche Daten des Nutzers wie Mails, Kontakte, Browserverlauf, Kalender usw. zu.

Der eine mag dieses ganze Verhalten nun gut finden da es sicher auch Vorteile und Bequemlichkeit bringt und man ja "nichts zu verbergen" hat, der andere möchte sich lieber nicht eine Abhörstation im eigenen Wohnzimmer oder Büro einrichten und seine Daten auf Servern in der eigenen Firma apeichern.

Zum Glück kann man auch das automatische Update abschalten oder auch die Übertragung der meisten Daten an Microsoft, sollte man sich doch für Windows 10 entscheiden. Ebenfalls gibt es Software mit der man eine Cloud auf einem eigenen Server betreiben kann und so seine Daten selbst in der Hand hat.

Informationen dazu findet man z.B. im Internet auf heise oder chip oder sprechen Sie uns an!

Sehr gelungen ist auch das Editorial der Ausgabe 20/15 der Zeitung c't!

Bei wichtigen oder gar gewerblich genutzten Computern rate ich persönlich vorerst davon ab, auf Windows 10 zu setzen. Windows 7 oder 8 erhält noch bis 2020 bzw. 2023 Sicherheitsupdates so daß im Moment kein Zwang besteht aufzurüsten. Man sollte erst einmal gelassen die Kinderkrankheiten abwarten. Weiter besteht die Gefahr, daß bestimmte branchenspezifische Software unter Windows 10 nicht mehr läuft! Will man aktualisieren, sollte man das vorher mit dem Softwarehersteller klären oder auf einem Testsystem ausprobieren. Auch dabei sind wir gerne behilflich!